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Triumph Adler Alphatronic P1 und P2
Einführung

Triumph Adler klassifizierte die Modelle Alphatronic P1 und P2 als "professionelle Kleincomputer". Zielgruppe waren also gewerbliche Anwender, die den Computer in erster Linie für die Basic-Programmierung verwendeten oder sich speziell für diesen Rechner Anwendungsprogramme erstellen ließen.

Diese Ausrichtung wird dadurch betont, dass sich im Lieferumfang nur ein von Diskette nachzuladender Basic-Interpreter befand. Das eingebaute Betriebssystem "MOS" taugt nur zum Aufruf von Programmen von Diskette.

Die Modelle P1 und P2 unterscheiden sich nur geringfügig: Beide stecken im gleichen Gehäuse, haben einen 8085-Prozessor, der mit 3 MHz getaktet ist und 6 KB ROM für das eingebaute "MOS". Auf dem Bildschirm können 80x24 Zeichen monochrom dargestellt werden, Grafiken kann das Gerät nicht erzeugen. Der P2 enthält serienmäßig 48 KB RAM, während der P1 mit 32 KB auskommen muss. Angesichts des bereits 26 KB großen Basicinterpreters ein großer Unterschied. Zudem hat der P2 zwei eingebaute Diskettenlauferke à 160 KB Kapazität und der P1 nur eines. Sowohl das zweite Laufwerk als auch die fehlenden 16 KB RAM sind nachrüstbar und damit kann ein P1 zum P2 aufgerüstet werden.

Serienmäßig hat der Alphatronic zwei serielle Schnittstellen – eine für einen Drucker und die andere folgt dem RS-232C-Standard und kann damit zur Rechnerkopplung oder zum Anschluss eines DFÜ-Geräts verwendet werden. Der Rechner ist intern als Mehrplatinensystem mit einem zentralen Bus aufgebaut. An diesem lassen sich Erweiterungen wie z.B. eine IEEE-488 Schnittstelle intern anschließen, ein am Gehäuse angebrachter Busstecker lässt aber auch externe Erweiterungen, z.B. durch einen Festplattencontroller zu.

Neben dem serienmäßigen Basicinterpreter gab es von Triumph Adler auch einen Basic-Compiler, sowie die Programmiersprachen Fortran, Pascal und Assembler zu kaufen. Als Anwendungsprogramm gab es einen Texteditor. Um sich weitere Softwarequellen zu erschließen, konnte der Rechner auch mit CP/M betrieben werden.

Anschlüsse und Tastatur

Betrachtet man den Rechner von hinten, fallen drei D-Sub-Stecker auf. Der linke, mit "XIV" beschriftete, dient dem Druckeranschluss und ist eine stark reduzierte RS-232C (nur RxD, TxD und CTS). Rechts daneben (mit XIII beschriftet) ist eine vollwertige RS-232C-Schnittstelle, darunter die Cinch-Buchse zum Anschluss des Monitors. Hier passt jeder BAS- oder FBAS-Monitor, also z.B. auch ein Fernseher mit Cinch-Videoeingang. Der dritte, deutlich größere Stecker ist der Busanschluss.

Wird das Gerät eingeschaltet, erscheint eine kryptische Meldung des MOS-Betriebssystems. Nun können Befehlskürzel eingegeben werden.

Die Tastaturbelegung entspricht weitgehend dem gängigen Standard. Ungewöhnlich ist hier vor allem die Lage der Tabulatortaste oberhalb der Eingabetaste. An der Stelle, wo man den Tabulator normalerweise vermutet, befindet sich die Reset-Taste. Damit wird der Rechner in den Einschaltzustand zurückgesetzt. Ein geladenes Programm bleibt aber erhalten und kann mit dem Befehl "G" wieder gestartet werden.

Mit der Taste "SM" schaltet man in den Schreibmaschinenmodus, wo man mit Groß- und Kleinbuchstaben arbeiten kann. Die Taste "R" (ganz links unten) wiederholt das zuletzt eingegebene Zeichen. Die Cursor-Links-Taste arbeitet löschend, entspricht also eher einer Backspace-Taste. Cursor-Rechts erzeugt ein Leerzeichen. Die übrigen Cursortasten haben in MOS und im Basiceditor keine Funktion. Die Taste mit den beiden Rechtecken (links neben der 1 des Ziffernblocks) entspricht "Ctrl". Ihre wichtigste Funktion hat sie zusammen mit der Taste "C" – damit werden Basicprogramme abgebrochen.

Basic-Interpreter

Das Basic ist auf der Systemdiskette enthalten. Vom MOS aus lädt man den Basicinterpreter durch Eingabe des Befehls "B". Die Frage nach der Speichergröße kann mit der Eingabetaste übersprungen werden. Anschließend fragt das Programm nach der Zahl der Laufwerke und der Zahl gleichzeitig nutzbarer Dateien. Nun kann ein Programm eingegeben werden.

Das Basic entspricht weitgehend gängigen Konventionen und soll hier nicht detailliert besprochen werden. Nur einige Anmerkungen zu Besonderheiten:

Wenn eine Diskette eingelegt wird, muss sie dem Rechner mit dem Befehl "MOUNT 1" (beim unteren Laufwerk, beim oberen "MOUNT 2") bekannt gemacht und vor der Entnahme mit "REMOVE 1" wieder abgemeldet werden.

Beim Laden von Programmen greift der Rechner standardmäßig auf das untere Laufwerk zu. Um das obere anzusprechen, setzen Sie "2:" vor den Dateinamen, also beispielsweise
LOAD "2: MYPROG"

Das Inhaltsverzeichnis einer Diskette können Sie mit "FILES 1" bzw. "FILES 2" anzeigen lassen. Die Zahl neben jedem Dateinamen gibt die Dateigröße in "Halbspuren" an. Eine Diskette fasst 78 Halbspuren, eine Halbspur entspricht also 2 KB. Der freie Platz auf einer Diskette lässt sich nur indirekt ermitteln, indem Sie die belegten Halbspuren addieren und die Summe von 78 abziehen.

Disketten-Dienstprogramm

Das Disketten-Dienstprogramm befindet sich auch auf der Systemdiskette. Diese muss in das untere Diskettenlaufwerk eingelegt werden. Nun kann das Programm mit dem Befehl "B1" gestartet werden. Es arbeitet menügesteuert und erklärt sich im Grunde von selbst. Es ermöglicht die Formatierung und die Kopie von Disketten.

ACHTUNG:
  • Kurioserweise können bei den Alphatronics Disketten nur beschrieben werden, wenn die Schreibschutzkerbe zugeklebt ist. Die Logik ist also genau umgekehrt wie gewohnt!
  • Disketten werden beim Kopieren nicht automatisch formatiert, d.h. die Zieldiskette muss vor einem Kopiervorgang zuerst formatiert werden.
  • Nach dem Formatieren ist noch kein Inhaltsverzeichnis auf der Diskette vorhanden. Um dieses zu erstellen, muss der Basicinterpreter geladen werden. Dort gibt man zuerst den Befehl "MOUNT 1" ein. Anschließend muss das Programm "ALLOC" von der Systemdiskette nachgeladen und gestartet werden. Das Programm erklärt sich dann selbst.


Druckerbetrieb

Wenn ein Drucker angeschlossen ist, muss dieser nach dem Einschalten von Drucker und Computer mit dem MOS-Befehl "PP" initialisiert werden. Anschließend kann mit dem Befehl "L" ein Protokollmodus aktiviert werden, d.h. der Drucker protokolliert die Bildschirmausgaben mit